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Mehr als nur ein Test: Der Turing-Test


Wir haben ein Problem. Das Problem einer der größten Entwicklungen unserer Zeit nicht klar definieren zu können. Die Rede ist von Künstlicher Intelligenz. Vielleicht kommen dem ein oder anderen jetzt futuristische Szenarien in den Kopf, wie allwissende und allumfassende Supercomputer, aber die Geschichte von KI beginnt schon viel früher und viel simpler.

Die frühe Geschichte von KI beginnt schon 1784. Hier wird in einer Veröffentlichung erstmals die Idee von der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine mit menschlicher Intelligenz aufgegriffen. Zu jener Zeit war sie noch sehr abstrakt und ist kaum noch mit der heutigen Herangehensweise vergleichbar. Doch es gibt nach wie vor Schwierigkeiten den Begriff „Intelligenz“ greifbar zu machen und so zu definieren, dass er auch auf Maschinen anwendbar ist.

Heutzutage kommen wir überall mit intelligenten Algorithmen in Kontakt, wie beispielsweise bei persönlichen Empfehlungen bei Streaming Diensten. Ein weiteres typisches Beispiel, wenn auch schon lange im Alltag integriert, sind Chatbots. Anhand dieser lässt sich der Turing-Test sehr einfach erklären, denn es ist ein Beispiel für Kommunikation zwischen Mensch und Maschine. Das stellt die Basis des Turing Tests dar.

Was heißt eigentlich intelligent?

Jeder Mensch hat eine gewisse Vorstellung von Intelligenz, doch der Begriff verschwimmt, die Grenzen sind fließend. Lassen Sie uns ein kleines Gedankenexperiment machen: Welche Eigenschaften bedeuten für Sie, liebe*r Leser*in, intelligentes Verhalten?

Versuchen Sie diese nun mal auf eine Maschine anzuwenden.

Kam Ihnen etwas in den Sinn, wie Problemlösung? Kreativität? Auffassungsvermögen? Vernunft? Moral? Das alles sind menschliche Eigenschaften, die für Menschen den Intelligenz darstellen. Derzeit ist es aber unmöglich Computern oder Maschinen solche Eigenschaften zu verleihen. Können Maschinen also überhaupt intelligent sein? Alan Turing hat dafür einen Lösungsansatz entwickelt, die von einem anderen Definitionsansatz von Intelligenz ausgeht. Um auf den Chatbot zurückzukommen, besagt der Turing-Test: Ist nicht klar zu bestimmen, ob der Chatpartner Mensch oder Computer ist, ist der Computer als intelligent zu bezeichnen. Es geht also um das perfekte Mimen von menschlicher Intelligenz. Das Prinzip wurde seitdem erweitert und der heutigen Technologie angepasst.

Kritik

Der Computer mag laut dem Turing-Test nun als intelligent gelten, aber er handelt nicht menschlich. Er imitiert lediglich menschliches Verhalten. Die Frage ist also, ob wir das Nachahmen von Verhalten auch als intelligent bezeichnen können. Im Jahr 2001 wurde ein Chatbot entwickelt, der den Turing-Test bestanden hat: Eugene Goostman. Das ist auch ein Beispiel, bei dem der Turing-Test an seine Grenzen stößt, denn Eugene sollte einen 13-Jährigen mimen. Der Bot wich Antworten aus, indem er vom Thema ablenkte oder Witze machte. Die Entwickler nahmen an, dass man einem Kind grammatikalische Fehler und Unwissen leichter verzeiht und daher mehr Menschen annehmen, dass Eugene ein Mensch ist und kein Computer. Intelligent oder gar allwissend ist er aber bei weitem nicht.

Geschichte und Einordnung

Der Mathematiker Alan Turing veröffentlichte sein Testkonzept bereits 1948. Der Test hat die Entwicklung von künstlicher Intelligenz maßgeblich geprägt, doch er bietet auch viel Potential für Kontroversen. Der größte Kritikpunkt, wie bereits angerissen, ist, dass der Test keinerlei Bewusstsein oder Intentionen prüft. Einzig die Kommunikationsfähigkeit und Nachahmungsfähigkeit wird nach menschlichen Gesichtspunkten geprüft. Ein Gedankenexperiment, um die Grundidee der Kritik des Turing-Tests noch einmal zu veranschaulichen ist der Chinesische Raum von Searle. Hierbei sitzt ein Mensch in einem Raum, der kein chinesisch sprechen kann. Er hat aber eine Liste zur Verfügung, in der Fragen und passende Antworten auf Chinesisch verzeichnet sind. Kommt nun ein chinesisch sprechender Mensch und wirft einen Zettel mit einer Frage drauf durch einen Schlitz in der Tür, ist der Kommunikationspartner in der Lage eine passende Antwort zurückzugeben. Er hat dabei aber trotzdem keine Ahnung, was der Inhalt des Gesprächs ist– den Turing-Test hätte er aber bestanden.

Es gibt unterschiedliche Definitionsansätze, die sich auf Turing beziehen, den Test weiterdenken oder ihn widerlegen. Forscher definieren Intelligenz als Denken, ergo Informationsverarbeitung. Oder die dauerhafte Informationsspeicherung. Der Turing-Test ist also mehr als nur ein Test. Er ist eine Vision, die vor über 70 Jahren entstand. Ihre Grundidee ist immer noch aktuell und kann beim Verständnis und der Diskussion über den abstrakten Intelligenzbegriffes in KI helfen.

Celus wird Turing-geprüft

Auch Celus arbeitet mit einer KI-basierten Software. Was diese Software intelligent macht, folgt einer anderen populären Definition: ihr Lernvermögen soll durch mehr Input immer besser werden. Zwar kann hier kein Turing-Test im klassischen Sinne erfolgen, aber auch wir können einen Turing-Test machen und zwar mit dem Ergebnis: ein fertiges PCB Layout. Celus ist eine Software, die den ganzen Prozess des PCB Designs automatisieren kann — das ist natürlich nur hilfreich, wenn das Ergebnis genauso gut wie das eines Ingenieurs ist. Das ist ein ehrgeiziges Ziel, denn ein Elektroingenieur hat viele Jahre studiert und meist auch viele Jahre Berufserfahrung. Ein Vergleich eines menschengemachten PCB Layouts und eines von Celus wäre also ein Test nach Turing.