Die Corona-Krise hat uns vieles gelehrt und Wege in die Zukunft aufgezeigt. Auf dem Arbeitsmarkt ist vor allem dezentrales und flexibleres Arbeiten wichtiger geworden, insbesondere durch Homeoffice. Dass diese Entwicklung auch langfristig Bestand haben kann, zeigt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung. Laut dieser rechnen 46% der Unternehmen damit, Homeoffice weiterhin als normalen Bestandteils des Arbeitsalltags anzusehen, es ist also wesentlich akzeptierter als vor der Krise. Für viele scheiterte das Pflichtbüro zu Hause anfangs an einfacher Ausstattung wie eigenen Firmenlaptops oder einer stabilen Internetverbindung. Eine weit komplexere Herausforderung war dagegen häufig die dezentrale Zusammenarbeit. Es haperte an unternehmensinterner Informationsverbreitung und Zugriffsrechten. Eine Lösung für die Probleme eines dezentralen Zugriffs ist die Verwendung einer Cloud.

Grenzen und Probleme der Cloudnutzung

Cloud Computing ist für viele der unumgängliche nächste Schritt in der Informationsverteilung. Von einer Wissensballung in Großraumbüros wurde dazu übergegangen, Wissen elektronisch zu speichern. Das Wissen wanderte somit von der Sitzgruppe in den Serverraum, auf den man vom gesamten Firmengelände aus Zugriff hatte. Der logische nächste Schritt? Klar, Zugriff von jedem anderen Ort aus, auch von Zuhause. Sicher muss es aber trotzdem sein. Cloud Computing bietet diese Möglichkeiten und erlaubt so Zusammenarbeit nicht nur in Zeiten einer Pandemie von Zuhause aus, sondern auch zu jedem anderen Zeitpunkt von jedem Ort aus. Das Wissen, also Intellectual Property (IP), das in der Cloud gespeichert ist, ist extrem wertvoll für das Unternehmen. Viele Unternehmen schrecken davor aus Sicherheitsgründen zurück. Doch Entwarnung: Durch entsprechende Vorkehrungen, wie beispielsweise eine moderne Verschlüsselung, ist die Cloud heutzutage gegen Angriffe von außen genauso sicher wie traditionelle on-premises Infrastruktur.

Voraussetzungen für dezentrales Arbeiten

Die technische Infrastruktur ist allerdings nicht die einzige Voraussetzung für ein vernetztes Arbeiten. Zusammenarbeit bedeutet auch, auf Arbeiten von Kollegen zugreifen zu können, um diese nicht selbst noch einmal erledigen zu müssen. Design-Wiederverwendung und Modularisierung kann also ein ebenso essenzieller Teil für dezentrales Arbeiten sein, wie Cloud Computing. Modular zu arbeiten ist für die Elektronikentwicklung ein neues Konzept und birgt deshalb für den Arbeitsalltag noch einige Herausforderungen. Im Bereich der traditionellen PCB-Entwicklung beispielsweise sind die Datenbanken, in denen Module als IPs gespeichert sind, wenig strukturiert. Bisher wird in den meisten Firmen auf die Erinnerung des Entwicklers in Kombination mit einer manuellen Excel Tabelle gesetzt – ein Hilfsmittel, das jedoch nur begrenzte Möglichkeiten bietet. Man kann sich vorstellen, wie schwer es ist, ein spezielles Modul zu finden, von dem man keine konkrete Vorstellung hat. Entwickelt hat es schließlich jemand anderes. Insbesondere für neue Mitarbeiter:innen ist es somit fast unmöglich Module ihrer neuen Kollegen wiederzuverwenden. Um das IP praktisch nutzbar zu machen, muss es zentral und automatisch verwaltet werden. Es sind Automatisierungsschritte und Algorithmen notwendig, die den Entwickler beim Finden der richtigen Module unterstützen. Die Daten müssen also von Sitzgruppe in dezentral zugängliche Clouds wandern.

Potenziale von Modularisierung

Eine Branche, die seit jeher modular arbeitet, ist die Softwareentwicklung. Für die Entwickler ist es normal, nicht jeden Teil des Codes selbst zu schreiben, vielmehr können sie auf eine Sammlung an fertig programmierten Teilen zurückgreifen. So muss ein bestimmtes Feature nicht jedes Mal aufs Neue entwickelt werden. Ist ein passender Code gefunden, kann doppelte Arbeit vermieden und die Arbeitskraft in Individualisierung und Perfektionierung investiert werden. Insgesamt können neue Entwicklungen wesentlich schneller erfolgen – ein großer Vorteil in einer Welt, die immer komplexer wird und schnelle Entwicklungszyklen fordert. Um effektiv modular zu arbeiten, muss schon bei der Planung eines Arbeitsschrittes mitgedacht werden, wie das entsprechende wiederverwendet werden kann. Anfangs kann das Mehrarbeit bedeuten, ist es aber erst einmal zur natürlichen Denkweise und Herangehensweise geworden, ermöglicht das eine zukunftsweisende dynamische Entwicklung. Nur so kann das wachsende Niveau an Komplexität in den kurzen Entwicklungszyklen erreicht werden, die heutzutage gang und gäbe sind.

pic2

Ein Beispiel aus der Elektronikbranche, in der bereits Module in der Praxis verwendet werden, sind Chips. In jedem Endgerät werden mehrere Chips verbaut, die meist nicht selbst von den Elektronikherstellern entwickelt werden. Smartphones beispielsweise bieten eine unglaubliche Vielfalt an Funktionen, die nur durch mehrere Milliarden Transistoren erreicht werden können. Dazu kommt, dass Smartphone Hersteller etwa jedes halbe Jahr ein neues Modell auf den Markt bringen. In jedem dieser Geräte steckt ein großes Maß an Know-How und Entwicklungsarbeit. Das alles unter einem Dach zu entwickeln ist nicht wirtschaftlich – Zusammenarbeit innerhalb der Branche ist gefragt. Einige Firmen haben sich genau das zum Geschäftsmodell gemacht. Das Unternehmen Arm Limited hat sich beispielsweise auf das Design von Prozessoren spezialisiert und bietet in ihrem Portfolio etliche verschiedene Chip-Versionen an und verkauft die entsprechenden Lizenzen. Solche Firmen verfügen über eine lange Historie an Wissen und Entwicklung und haben daher hohe Expertise und Spezialisierung auf dem Gebiet. Die Smartphone-Entwickler kaufen mit den Chips also auch Entwicklungsarbeit mehrerer Jahre mit. Für die Chip-Entwickler ist das nur möglich, weil sie modular arbeiten. So konnten sie Arbeitskraft statt in repetitive Entwicklungen immer wieder in die Optimierung ihrer angebotenen Chips investieren und zum heutigen Stand der Technik beitragen. Ohne diese Herangehensweise würde es Hunderte Jahre dauern, ein Smartphone zu entwickeln, wie wir es heute kennen.

Modularisierung und Cloud Computing – ein unschlagbares Team

Bei der Arbeit mit Modulen, auch genannt Building Blocks, geht es also um die Zukunft. Zwar ist es häufig eine Herausforderung für Unternehmen, die entsprechende Infrastruktur aufzubauen, der Mehraufwand zahlt sich dabei zukünftig aus. Im Hinblick auf die Etablierung von Homeoffice und damit einer steigenden Dezentralisierung und Flexibilität in der Arbeitswelt ist die Modularisierung ein logischer Schritt. Nur so kann eine engere Zusammenarbeit zwischen Kolleg:innen ermöglicht und komplexere Aufgaben gemeinsam gemeistert werden. Diese Vorteile können jedoch nur in Verbindung mit Cloud Computing adäquat genutzt werden, denn das IP muss von überall zugänglich sein. So kann die Elektronikindustrie auch zukünftig wettbewerbsfähig bleiben.

CELUS als Partner für die Herausforderungen der Zukunft

CELUS bietet ein Datenbankmanagement- und Automatisierungssystem, das genau diese Entwicklungen mitdenkt. Die Datenbank ist in einer sicheren Cloud gespeichert, was einen parallelen und dezentralen Zugriff von Entwicklern ermöglicht. Das vereinfacht die Arbeit an gemeinsamen Projekten enorm. Zusätzlich übernimmt künstliche Intelligenz nicht nur die Auswahl und Anordnung der Elemente sowie das Routing innerhalb von wenigen Minuten, sondern unterstützt auch bei der Wiederverwendung bereits existierender Module. Schnellere Entwicklungen, mehr Zeit für Optimierung und gleichzeitig zeitgemäßes und gemeinsames Arbeiten ist der Schlüssel für langfristigen Erfolg. Die Prognose von CELUS ist sicher: Modularisierung in Verbindung mit Cloud Computing ist die Zukunft der Elektronikbranche.

 

Mehr zum Thema gibt es in unserem neusten Whitepaper "Standardisierung mithilfe von Modularisierung. Der Weg zu mehr Effizienz."